In der Suche nach zauberhaften Orten, reich an Geschichte und originell im Angebot der Erkenntnis des heutigen Tages, soll man auf seiner touristischen Route die Stadt Puck (dt. Putzig), den ältesten slawischen Hafen an der Ostsee, die Stadt Danziger Fürsten, den Stützpunkt der Königsflotte und den Ort der Vermählung Polens mit dem Meer im Jahre 1920 nicht übersehen. Die Kultur-, Natur- und Touristikvorzüge dieses kaschubischen Städtchens an der Putziger Bucht werden durch schöne Gegenden vervollkommnet, die es wert sind, sie durchzuwandern. Die in der Kaschubei schon vereinzelte Fachwerkhäuser, Wegkreuze und Wegkappelen, die Kirchen in Mechów, Starzyn, das Sanktuarium der Gottesmutter von Swarzewo sind die interessantesten Sakralobjekte. Die Paläste und Herrenhöfe aus dem 19. Jahrhundert schaffen ein freundliches Vergangenheitsklima. Sie sind die von Touristen besonders gern besichtigten Orte. In den Sommerferien kommt man nach Puck für Gesundheit und Erholung. Der Stadtbesichtigung sollte man mindestens zwei Stunden widmen. Mit seinem Klima und seiner einzigartigen Atmosphäre zieht die Altstadt mit erhaltener deutlicher, mittelalterlicher Straßenanordnung und dem am Altmarktplatz gelegenen ehemaligen Rathaus, heute an der Wolności-Str. In der Saison wird an der südlichen Frontfassade des Marktes eine Freilichtbühne aufgebaut auf der Kultur-und Unterhaltungsveranstaltungen stattfinden. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich ein der Gebäude des Putziger Land Museums mit seiner archäologischen Dauerausstellung über das Putziger Land, mit dem Innenraum eines bürgerlichen Mietshauses sowie Sonderausstellungen.

Die Ansiedlungsanfänge reichen bis in das frühe Mittelalter zurück. In der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts gab es in Puck eine Kastellansburg der Fürsten von Ostpommern. Seit dem Jahr 1309 im Besitz der Kreuzritter, der Komtureisitz, das Stadtrecht erhielt Puck aus deutschen Händen im Jahre 1348.

Im Dreizehnjährigen Krieg (1454-1466) hatten sich die Putziger Bürger hinter Polen gestellt. Im Jahre 1457 fand in Puck seine Zuflucht der heimatvertriebene König von Schweden Karl VII. Knutsson Bonde. Im Tausch gegen 15 Tsd. preußische Mark erhielt er vom Kasimir der Jagiellone als Pfand das Putziger Land (980 km2). Der Putziger Kleinstaat existierte formell bis zum Jahr 1460, als Puck durch die Kreuzritter eingenommen wurde. Der König fand Zuflucht in Danzig.

1466 wurde Puck an das Königliches Preußen angeschlossen, das seit dem Jahr 1569 ein Teil der polnischen Krone war (früher unterstand Preußen der polnischen Krone auf dem Prinzip der Autonomie). Der Sitz des Landkreises, ein Ort der Landtage der polnischen Adel und Stadtgerichte. Zur Herrschaftszeit der Wasa-Dynastie eine Festung und der polnische Flottenstützpunkt.

In der Hälfte des 18. Jahrhundert ist die Stadt heruntergekommen und 1772 wurde sie an den Staat Friedrich des Großen angeschlossen. Im Jahre 1818 wurde die Stadt zum Sitz des Kreises im Regierungsbezirk Danzig (damals trug sie den Namen Putzig), dank wessen sie geringfügig an der Bedeutung gewann. Zu dieser Zeit stellte man hier das im ganz Pommern berühmte Putziger Bier her.

Am 10. Februar 1920 fand die sog. Vermählung Polens mit dem Meer unter Anteilnahme des Generals Haller.

Am 1. Juli 1920 wurde in Puck der See-Luftwaffenstützpunkt gebildet – die erste Einheit der polnischen Seeluftwaffe, und im Oktober desselben Jahres begann man das Küsten-Artillerieregiment zu formieren.

Bis September 1939 war Puck der Standort der See-Luftwaffendivision. Bei der Division funktionierte die Wache der Militärpolizei Puck. Im Herbst 1939 wurde in Puck das Landesverteidigungsbataillon Kaschubei formiert.

Am 15. August 1922, bei den Feierlichkeiten anlässlich des zweiten Jahrestages des „Wunders an der Weichsel” kam es zu einer tragischen „Flugkatastrophe“.

Bis in das Jahr 1929 waren Puck und Hel die einzigen polnischen Häfen am Meer (außer Danzig). In demselben Jahr erlebte die Stadt eine Degradierung – der Kreis Puck wurde aufgelöst und die Stadt sowie die Gegend wurden an den Meereskreis mit dem Sitz in Wejherowo angeschlossen.

In den Jahren 1939-1945 befand sich die Stadt unter deutscher Besatzung. In dem Zeitraum vom 1941 bis 1944 gab es hier ein Arbeitslager, in dem die Gefangenen Flugzeugteile hergestellt hatten. 1956 wurde der Kreis Puck reaktiviert, der bis in das Jahr 1975 existierte und 1999 erneut gebildet wurde.